Weniger Spuren hinterlassen ...



Als ich 13 Jahre alt war und ein ziemlich rebellischer Teenager voller Weltschmerz, hatte ich ein Erlebnis: Es tat mir schon damals weh, wenn ich in der Natur Müll herumliegen sah. Ab und zu sammelte ich Zigarettenschachteln, Plastiktüten etc auf, die irgendwo herumlagen. Eines Tages stand ich in einem Gebüsch, in dem ich Zigarettenkippen und Glasflaschen aufhob. Zwei Polizisten kam das ausgesprochen verdächtig vor, und sie sprachen mich mit strenger Miene an. Als ich ihnen erklärte, dass mich der Müll total stört, schauten sie einander ziemlich verdattert an. Und einer sagte dann zum anderen: "Siehst mal - sowas gibts auch!!" 

 

Auch heute noch macht es mich traurig, wenn ich sehe, wie viele Menschen offenbar völlig gedankenlos ihren Müll (vor allem Plastikmüll) fallen lassen. Umso mehr freue ich mich, dass es heute eine Zero Waste Bewegung gibt, die so kreativ ist und so gut gelaunt vieles ausprobiert (und einiges beibehält), was uns und unserem Planeten eine riesige Menge Müll erspart. 

Dabei besteht diese große Bewegung - aus lauter kleinen Schritten. Wunderbar! Denn so kann jeder auf der Stelle damit anfangen, etwas weniger Müll zu hinterlassen. Und sich Gedanken zu machen über die Dinge, die er einkauft. Der Produzenten er unterstützt. Und die eben mehr oder weniger Verpackungsmüll verursachen.

Nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Auch Ozeane bestehen aus lauter Wassertropfen.
Die Macht der kleinen Schritten sollte man nicht unterschätzen.


Tipp Nr. 1: Plastiktüten ablehnen

"Ich brauch´ keine Tüte, danke!"

 Das sage ich jetzt immer öfter beim Einkaufen, wenn eine Verkäufer ungefragt meine Einkäufe in eine Plastiktüte schiebt. Denn ich hab (meistens) eine eigene Tasche im Rucksack oder in der Handtasche dabei. Wiegt nahezu nix (siehe Foto rechts!) und lässt sich mit einem Haargummi zu einem kleinen Päckchen zusammen knödeln.

 

Früher haben sich bei mir unter der Spüle jede Menge Plastiktüten gestapelt. Das nahm Platz weg und sah unordentlich aus. Inzwischen habe ich eine paar nahezu unverwüstliche Taschen (gibt es etwa in Drogeriemärkten wie dm oder Rossmann, oder etwas edler von Reisenthel). Das reicht völlig. Meine liebe Oma hatte früher ein einziges (!) Einkaufsnetz zum Einkaufen. Damals schwammen die Wale auch noch nicht mit Einmaltüten im Bauch durch die Ozeane ...


Tipp Nr. 2: Mandeln to go

Habt ihr schon mal kurz (!) Mandeln in einer trockenen, heißen Pfanne geröstet? Duftet himmlisch, schmeckt wunderbar!

Ihr solltet unbedingt dabei stehen bleiben und umrühren. Nach kurzer Zeit bilden sich herrliche Röst-Aromen. Ich röste meine Mandeln oft morgens auf der noch heißen Herdplatte, nachdem ich mir Kaffee gekocht habe. 

 

In einem kleinen Döschen habe ich oft diese Mandeln dabei, wenn ich unterwegs bin. Gut gegen Heißhunger. Hilft plastikverpacktem Fastfood zu widerstehen. 

Tipp Nr. 3: Seife statt Duschgel

Als ich noch ein Kind war, gab es noch nicht mal das Wort Duschgel!

Im Badezimmer lag ein Stück Seife, und das wars. Ich weiß schon gar nicht, wann ich anfing zu glauben, dass ich zusätzlich dringend (natürlich plastikverpacktes) Duschgel brauche! Irgendwann kam dieses Produkt auf, und es zog wie selbstverständlich auch in mein Badezimmer ein ...

 

Als ich im Frühjahr einen Workshop zum Thema "Plastikfrei leben" bei der Spiegel-Bestsellerautorin Anneliese Bunk besuchte, war ihr erster Tipp: Zurück zur Seife! Denn die gibt es ohne Verpackung oder nur mit einer Papierbanderole versehen in vielen Läden. (Außerdem wird die Haut vor dem Austrocknen geschützt, weil man sich vom Duschgel häufig zu viel auf die Hand gibt.) Läuft!

to be continued ...