Gute Bücher sind das halbe Leben ...

Bücher waren für mich immer Wegbegleiter. Sie erweitern meinen Horizont. Heitern mich auf. Und sind gute (und geduldige) Lehrer! Hier stelle ich in loser Folge Bücher vor, die mir am Herzen liegen, die mich weiter gebracht haben - und denen ich eine große Leserschaft wünsche! Los gehts! (Und ja - dies alles ist Werbung, aber unaufgefordert und unbezahlt. Ich empfehle einfach gerne gute Bücher weiter.)

Einfach plastikfrei leben

Autorin: Charlotte Schüler

Südwest-Verlag, München

  • Ich wünschte, dieses Buch stünde in jeder (Schul-) Bibliothek! Eine gut zu lesende Portion Nachhaltigkeitsbildung; der Enthusiasmus und die Konsequenz der Autorin inspirieren und machen Lust darauf, ein paar gute Tipps gleich mal selbst auszuprobieren - vom selbstgemixten Waschmittel bis zu den selbstgenähten Abschminkt-Pads, die nicht nach einmaligem Verbrauch im Müll landen.
  • Viele Infos und Aha-Erlebnisse machen die Lektüre spannend: Wussten Sie z.B., dass es auch Bücher aus Apfelpapier gibt, für die keine Bäume gefällt werden müssen? Genau dieses Buch besteht aus diesem Papier, ist stabil und fühlt sich seidig an. Für die Produktion werden Apfelreste aus der Saftproduktion verwendet.
  • Charlotte Schüler ist eine junge, modeinteressierte Frau mit einem Faible für Make-up und alles andere als weltfremd, fanatisch oder gar genussfeindlich. Sie ermutigt ihre Leser in einem Vier-Schritte-Programm dazu, langsam aber sicher den eigenen Konsum nachhaltiger werden zu lassen.
  • Hintergrundwissen zu unserem "plastikdurchwobenen" Alltag runden das Buch ab und motivieren zu Änderungen: Wussten Sie etwa, dass der Abrieb von Autoreifen zu den großen Erzeugern von Mikroplastik gehört, das wir dann alle auch durch die Atmung aufnehmen?
  • Alte, jahrelange Alltagsgewohnheiten können mit den gut durchdachten und erprobten Tipps von Charlotte Schüler leicht verändert werden - Mehl und Fett statt Backpapier, Haushaltsessig statt Weichspüler, Baumwolltaschen statt der blöden dünnen Hemdtüten, um Obst und Gemüse zu kaufen  ...
  • Vieles erspart der Umwelt (und uns) nicht nur wachsende Müllberge, sondern ist auf lange Sicht auch deutlich günstiger - und ästhetischer. Ich freue mich z.B. immer wieder an meiner hübschen Glasflasche, die ich für unterwegs mitnehme (und auch am Wasserhahn auffülle), ebenso an meiner Edelstahl-Box, in die Butterbrot und Co für einen langen Tag kommen. 
  • Das Buch ist mit so viel Liebe und Engagement geschrieben, dass der Funke überspringt. Ich wünsche der Autorin, dass sie noch viele Leser für ein (fast) plastikfreies Leben begeistert. 
  • Noch eine clevere Idee von Charlotte Schüler: Instagram-Nutzer können eigene gute Ideen für Plastikalternativen unter dem Hashtag #einfachplastikfreileben veröffentlichen. So können kluge Tipps in die Welt wandern, und auch andere profitieren davon.

 

Heimische Pflanzen für den Garten

Autorin: Elke Schwarzer

Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

  • Die Autorin ist Biologin und sehr erfahrene Gärtnerin, die u.a. über ein Jahrzehnt im eigenen Garten experimentiert und beobachtet hat.
  • Zehn Jahre lang hat sie (u.a.) in einem Reihenhauswarten getestet, was wunderschön blüht, nicht von Schnecken skelettiert und über Nacht weggefressen wird. Was trotz eines Plätzchens im Schatten blüht und gedeiht. Und was Bienen, Hummeln und Schmetterlinge anlockt und satt macht. 
  • Warum heimische Pflanzen, wo doch die Gartencenter voller Exoten sind? Damit aus dem Garten "keine Intensivstation" wird, wie es die Bestseller-Autorin Meike Winnemuth in ihrem neuen Buch "Bin im Garten" beschreibt. Heimische Pflanzen sind (Überraschung!) perfekt an unser Klima und an unsere Böden angepasst und müssen nicht ständig betüttelt werden. 
  • Heimische Pflanzen machen viel mehr Insekten und Vögel satt als Exoten an falschem Ort - weil eben Flor und Fauna seit Jahrmillionen aufeinander abgestimmt sind.
  • Elke Schwarzer berichtet auch offenherzig von gärtnerischen Misserfolgen und zieht ihre Schlüsse daraus. Dadurch erspart sich der Leser, die gleichen Fehler zu wiederholen. (z.B. bildeten ihre Bibernellrosen unterirdisch endlose Ausläufer, eroberten den kompletten Garten der Autorin und machten dadurch jahrelang Arbeit.)
  • In 100 sehr schönen Pflanzenportraits gibt Elke Schwarzer wertvolle Hinweise, die aus langjähriger Erfahrung und Beobachtung ihrer eigenen Pflanzen kommen. (So ermutigt sie etwa dazu, den schön blühenden Blutweiderich nicht nur an Teichrändern zu pflanzen - wie der herkömmliche Rat ist - sondern ihn auch in Trockenbeete zu setzen, wo er bei ihr wunderbar gedeiht.
  • Heimische Pflanzen, Sträucher und Bäume sind langweilig? Von wegen! Das Buch zeigt, was für herrliche Blütenfarben und Formen es hierzulande gibt: Magisches Wiesensalbei-Blau, Lerchensporn-Altrosa, Farbverläufe der Platterbsen ...
  • Und heimische Pflanzen sorgen für wesentlich mehr Action im Garten oder auf dem Balkon: Wenn auf einmal ein kolibriartiges Taubenschwänzchen zu Besuch kommt, wenn Hummeln schon am frühen Morgen zufrieden summen, wenn Amseln plötzlich im eigenen Garten lautstark singen ...

Praxisbuch Permakultur

Autoren: Jessi Bloom & Dave Boehnlein

Haupt Verlag, Bern

  • Ein Buch fürs Leben - im doppelten Sinn! Das ist so eines der Bücher, die man im Lauf eines langen (GärtnerInnen)Lebens immer und immer wieder zur Hand nimmt. Die 320 Seiten sind sehr gut lesbar geschrieben, zeugen von enormer Kenntnis und sind schön illustriert.
  • Jessi Bloom ist vielfach ausgezeichnete Gartenarchitektin mit einem Unternehmen für nachhaltiges Landschaftsdesign in Seattle und gesuchte Vortragsrednerin; Dave Boehnlein ist u.a. Umweltpädagoge an  der renommierten Bullocks-Permakulturfarm in Washington. Beide schöpfen aus dem Übervollen ihrer jahrzehntelangen Erfahrung, das spürt der Leser auf jeder Seite.
  • Das Buch ist für engagierte Einsteiger mit kleinem Schrebergarten ebenso spannend und sinnvoll wie für Landschaftsplaner, die Dutzende Hektar Land nachhaltig und mit geschlossenen Kreisläufen gestalten wollen. Jedes Kapitel bietet Listen zu unterschiedlichsten Themenbereichen (Wassermanagement, Bodenfruchtbarkeit, Hühnerhaltung etc), mit Vorschlägen, die sich wahlweise mit wenig, mehr oder mit erheblichem Aufwand verwirklichen lassen. Auch Permakultur-Anfänger werden durch ganz simple Tipps immer wieder ermutigt. 
  • Jedes Permakultur-Projekt beginnt mit einer intensiven Beobachtungsphase. "Eine Landschaft lesen" nennen es die Autoren: Welche (Pionier-) Pflanzen wachsen hier? Was sagen sie über den Boden aus? Welche Tierspuren zeigen sich? Welche Insekten halten sich auf dem Grund auf? Gibt es Schädlinge? Was sind Erfahrungen der Nachbarn? Was für Niederschläge gibt es im Laufe eines Jahres? Wo sind Schatten- und Sonnenbereiche im Laufe des Jahres? Zu all dem gibt es hilfreiche Fragelisten, die die eigene Beobachtungsgabe schärfen sollen, außerdem Anweisungen, wie Bodenstruktur und -Dichte mit dem eigenen Test- und Sehsinn beurteilt werden können.
  • Im Vordergrund steht es immer, den Boden fruchtbar zu erhalten bzw die Fruchtbarkeit eines lange ausgelaugten Bodens langsam wieder zu steigern und Boden gesunden zu lassen, etwa durch Gründüngungspflanzen statt mit Kunstdünger, der das Bodenleben langfristig noch mehr erschöpft.
  • Dazu 42 Portraits von Pflanzen, die in einem Permakulturgarten besonders wertvoll sind, weil sie ganz unterschiedliche Funktionen erfüllen, indem sie Nahrung für Tiere und Menschen liefern, den Boden fruchtbarer machen, Mulch und Kompost liefern, für Nistplätze sorgen etc.

 



Das Wissen der Weleda-Gärtner

Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

Besprechung folgt in Kürze 

Bin im Garten

Autorin: Meike Winnemuth

Penguin Verlag, München

Besprechung folgt in Kürze

Ein Stück Land

Autor: John Lewis-Stempel

Dumont Verlag, Köln

Besprechung folgt in Kürze