Entdecken Sie mit mir das wilde München ...

 

 

"Die Natur braucht sich nicht anzustrengen,

bedeutend zu sein. Sie ist es." (Robert Walser) 

 

 

Dieses Zitat berührt mich sehr. Nach langen Jahren, die ich im Zentrum Münchens gelebt habe, wohne ich nun in der wunderbaren Gartenstadt Solln im Münchner Süden - und bin damit einem Herzenswunsch gefolgt. Endlich viel Grün! Vogelgezwitscher! Und die Luft duftet nach Flieder und Fichtengrün. Von meiner Wohnung aus sind es nur wenige Minuten zu Fuß, bis ich auf den ersten Bärlauch stoße, auf Knoblauchsrauken und Löwenzahn, Ehrenpreis und Lerchensporn. Natur ist beglückend, beruhigend, tröstlich, bezaubernd schön, voller Heilkraft - und kulinarisch absolut vielversprechend!

 

Dabei ist alles im ständigen Wandel:  Jeder Monat hat sein eigenes Gesicht. Pflanzen tauchen auf, verbreiten sich verschwenderisch, füllen Wiesen und Waldboden mit Blüten und Duft  - und ziehen sich bald schon wieder in den Boden zurück. Andere Pflanzen verändern sich im Laufe des Jahres, bilden Blüten, dann Samen, ändern Geschmack und Heilwirkung. Ein optisches und kulinarisches Abenteuer, und ein Wunder an Heilkraft ...

 

Darum ist jede meiner Führungen anders. Ich biete einmal im Monat jeweils passend zu dem, was gerade wächst und gepflückt werden kann, eine Tour an. Dazu bekommen Sie eine kleine (den Pflanzen des Monats entsprechende) Rezeptsammlung am Ende jeder Tour
- damit Sie sofort loslegen können! Springen Sie in das kulinarische Abenteuer, und staunen Sie über Pflanzen, an denen Andere ahnungslos vorüber gehen ...

 

Sonntag, den 18.Juni 2017:

Der Juni-Wildpflanzen-Spaziergang im Münchner Süden:
"Von Hollerbüschen und Rotklee-Freuden"

Beginn 15 Uhr. Treffpunkt ist das gelbe Haus an der Marienklausenbrücke (Isarwerkkanal) nahe dem hinteren Ende der Floßlände.
Von dort aus spazieren wir auf breiten Waldwegen (kinderwagen- und rollstuhlgeeignet) zum idyllischen Hinterbrühler See.

Dort gibt es einen kleinen und einen großen Biergarten (mit Kinderspielplatz). 
Die Tour dauert etwa zwei bis drei Stunden. Kleine Gruppen sind mir wichtig - so macht es mehr Freude!

Pro Person 20 Euro. Studenten 10 Euro. Kinder dürfen gratis (und gerne) mitgenommen werden.

Inbegriffen ist ein Handout mit leckeren, unkomplizierten Rezepten - natürlich passend zu den Pflanzen, die im Juni verarbeitet werden können. So kann man nach der Wanderung direkt loslegen mit dem Sammeln, Experimentieren und Genießen!

Es sind noch Plätze frei - bitte anmelden unter a.salewsky@gmx.de oder 0170  - 29 20 487

 


Wildpflanze des Monats

Die Knoblauchsrauke

In England liebt man diese Pflanze, die auch bei uns im April und Mai an vielen Stellen weiß und wunderbar blüht.
Blätter und Blüten schmecken dezent nach Knoblauch und Kresse. Seit Jahrhunderten geben die Engländer Knoblauchsrauke als frische Zutat in ihre Sandwiches  - dort heisst die Pflanze "Jack by the Hedge", ("Jack an der Hecke"). (By the way - die Entstehung des legendären Sandwiches wird John Montagu, dem Earl of Sandwich zugeschrieben. Er soll im 18. Jahrhundert die Gewohnheit gehabt haben, sein Rindfleisch mit den blossen Händen, nur zwischen zwei gerösteten Brotscheiben gelegt, zu verschlingen - eher untypisch für einen Adeligen.)

 

In alten englischen Büchern findet man für diese aromatische Pflanze auch die Bezeichnung "poor man´s mustard" - Senf des armen Mannes. Tatsächlich hat die Knoblauchsrauke im Mittelalter in vielen Häusern für Aroma und Genuss gesorgt, in denen Gewürze wie Pfeffer unbezahlbar teuer waren. Und heute - haben viele Sterneköche dieses köstliche Wildgemüse für sich wiederentdeckt!

 

Im Frühjahr sollten Sie unbedingt die frischen Blätter der Knoblauchsrauke in Ihrer Küche probieren (bitte nur roh, da sich das feine Aroma sonst verflüchtigt - und das wäre wirklich schade.


Im Sommer bildet die Knoblauchrauke Samenschoten aus. Die erst grünen, dann schwarzen Samen können aus der Schote gelöst und gemörsert werden - ein absolut köstliches, senfartiges Gewürz mit wunderbarer Schärfe. Diese Samenschoten kann man bis in den Winter hinein (zurückhaltend) ernten und immer wieder etwas Neues damit probieren - im Kräuterquark, als Salatsauce, im Gewürzbrot ...



Wilde Freude                                     Grünes Wissen, das Spaß macht!

Anja Salewsky

Sollner Str. 10

81 479 München-Solln

mail: a.salewsky(at)gmx.de

Bildrechte /  Copyright: Alle Fotos von Anja Salewsky.